Globale (Klima)Gerechtigkeit schaffen
Die Diözese Hildesheim bietet in der Fastenzeit 2011 gemeinsam mit evangelischen und katholischen Christen einen ökumenischen Kreuzweg an, der die Bewahrung der Schöpfung als christlichen Auftrag zum Thema hat. Er verbindet Menschen in ihrer Sorge um die Umwelt und ganz unterschiedliche Orte in Niedersachsen. Der Kreuzweg begann mit einem Eröffnungsgottesdienst am ersten Fastensonntag in Hannover. Zweite Station war Bremerhaven am 2. Fastensonntag, dem 20. März 2011. Die Kreuzwegstation Bremerhaven steht unter dem Leitmotiv „Globale Gerechtigkeit schaffen“.
Über 100 Christen haben sich auf dem Pausenhof der Edith-Stein-Schule versammelt, als das Kreuz, gezimmert aus dem Holz eines Baumes, der nahe der Asse gewachsen war, aufgerichtet wird. Auf dem Kreuz sind Tontafeln angebracht. Neben Hannover ist Bremerhaven zu lesen. Kreuzwegstationen, die für eine Zeit des Nachdenkens stehen: nachdenken, beten, für die richtigen Worte, für die richtigen Entscheidungen. Die Einheit mit Gott und seiner Schöpfung suchen. Verantwortung für das eigene Handeln als Christen übernehmen.
In seiner Begrüßung der Kreuzwegteilnehmer weist Direktor Claus-D. Paschek, Mitglied des Diözesanrates der Katholiken, darauf hin, dass das Wort „Gerechtigkeit“ ein Schlüsselwort im Alten und Neuen Testament ist. Diese biblische Gerechtigkeit lebe von dem Gedanken der Solidarität, dem Mitempfinden Gottes mit den Menschen, besonders den Armen und Benachteiligten, und unserem Einsatz für sie.
Jürgen Selke-Witzel, Umweltbeauftragter des Bistums Hildesheim, verweist zum Einstieg in den Kreuzweg vor der Edith-Stein-Schule auf den hohen Energiehunger der reichen Länder in den vergangenen Jahrzehnten. Dieser habe zur Erderwärmung beigetragen und verursache Klimakatastrophen. Aber es gebe auch positive Entwicklungen. Gerade Bremerhaven mit seiner alternativen Windenergie sei eine große Hoffnung der Zukunft.
Dechant Wigbert Schwarze stellt die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt seiner Betrachtung. Bremerhaven investiere viel Geld in Zukunftsprojekte wie die Windenergie. Nach wie vor ist die Arbeitslosigkeit jedoch hoch. Hier gelte es, einen Ausgleich zu finden, da das Überwinden von sozialen Gegensätzen auch eine Frage der Gerechtigkeit sei.
Die Prozession setzt sich in Bewegung: an der Spitze das Kreuz, getragen von Männern und Frauen, Jungen und Alten. Das Kreuz hat sein Gewicht. Je nach Kondition ist eine schnelle Abwechslung nötig. Das Kreuz ist Sinnbild für die Anstrengungen, die vor uns liegen. Nur wenn alle mithelfen, werden wir die Herausforderungen, die notwendig sind, um unsere Umwelt für unsere Kinder zu erhalten, bewältigen. Diese Aufgabe erfordert Teamgeist und globales Denken und Handeln.
Der Kreuzweg führt über die Haupteinkaufsstraße, die sogenannte Bürger, zum Alfred-Wegener-Institut. Dann geht es über den Deich, vorbei an zahlreichen Spaziergängern zum Klimahaus und von dort durch die Innenstadt zur katholischen St. Marien-Kirche, wo der Abschlussgottesdienst stattfindet. Passanten registrieren erstaunt die Prozession. Ist das etwa eine Demo? Nein, das Kreuz scheint auf etwas anderes hinzuweisen. Aber ja, möchte man ihnen zurufen. Dies ist eine Demonstration. Eine Demonstration für eine friedvolle Welt, geeint im Willen Gottes für eine globale Klimagerechtigkeit.
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