„Hut ab zum Gebet!?“ – Spiritualität in der Schule zwischen Normerfüllung und Identität
Unter diesem Leitmotiv fand am 30. März 2011 eine Fortbildung für das Gesamtkollegium der Katholischen Schule Bremerhaven statt. Alle Lehrkräfte der vier Grundschulen und der Edith-Stein-Schule widmeten sich einen Tag lang der Frage, welchen Einfluss Spiritualität vor dem Hintergrund kirchlicher Normen auf die eigene religiöse Identität hat bzw. nicht hat und welche Auswirkungen dies auf den gelebten Schulalltag hat?
Eine schwierige Fragestellung, da es galt, mehrere Ebenen in Einklang zu bringen und eine eigene Position zu erarbeiten. Was macht eine katholische Schule aus? Wie wirken Kirchennormen in sie hinein? Wie stehe ich dazu? Wie sehe ich meine eigene religiöse Identität und wie wirkt sich diese auf den Schulalltag aus? Wie soll eine katholische Schule aussehen?
Verschiedene Themenplakate regten an, die eigenen religiösen Schwerpunkte zu überdenken. Was ist wichtig für mich? Prägt mich vor allem die Heilige Schrift oder die Praxis des Kirchenjahres? Sind die Sakramente für mich das Wichtigste oder lebe ich meinen Glauben in der Nähe zu den Menschen?
In verschiedenen Arbeitsgruppen wurde intensiv an einer Standortbestimmung gearbeitet. Es zeigte sich schnell, dass die Fragestellung ein sehr persönliches Moment enthielt. So vielfältig, wie sich das Kollegium zusammensetzt, so facettenreich waren anschließend die Antworten im Plenum. Jeder Kollege hat einen unverwechselbaren religiösen „Fingerabdruck“, eine sehr persönliche und unverwechselbare Beziehung zu Gott.
Diese Vielfalt ist ein Schatz, den jedes Kollegium für sich nutzen sollte. Gemeinsam sind wir als Christen stark und in der Lage, vielfältige Wege in die Welt und somit zu Gott aufzuzeigen. Man war sich einig, dass Normen immer wieder auf den Prüfstand gehören. Es gehören aber auch Mut und Ehrlichkeit in der Sache dazu, neue Antworten zu suchen und zu finden. Es gilt nicht leichtfertig etwas über Bord werfen, sondern verantwortungsvoll Leben jeden Tag neu gestalten und auf Gott auszurichten.
Der Tag verlief abwechslungsreich. Meditative Elemente wechselten mit Kleingruppenarbeit und Diskussion im Plenum ab. Die Tagung, angeregt und eingeführt von Direktor Claus-D. Paschek, war inhaltlich vom Fachreferat Schulpastoral und dem Referat für spirituelle Bildung des Bistums Hildesheim vorbereitet worden. Ein herzlicher Dank geht an Frank Pätzold, Werner Hohmann und Michael Hasenauer.
Die Fortbildung endete mit einer Wort-Gottes-Feier: „Wo du stehst ist heiliger Boden“. Religiöses Leben neu gestalten ist eine spannende und anspruchsvolle Angelegenheit. Es ist ein Schritt auf dem Weg, unserem religiösen Bildungsauftrag authentisch gerecht zu werden. Das Kollegium bewertete die Tagung als Bereicherung. Den Schulalltag will man gemeinsam, vertrauensvoll und mit der nötigen Prise Humor aktiv gestalten.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
















