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Geschichte unserer Schule

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Aufbausorgen und Aufbausegen

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der Bremerhavener Innenstadt zerstört. Gleich nach Kriegsende machten sich die Bewohner an den Wiederaufbau. Dazu gehören auch die St. Marienkirche und die katholische Schule. Über diese mühevolle Arbeit berichtet das

Jahrbuch 1953 des Mutterhauses Thuine der Franziskanerinnen vom hl. Martyrer Georg u.a.

“Wenn wir jetzt von einem Aufbau berichten wollen, so muß erst von einem Niedergang die Rede sein.
Der 18. September 1944 war für uns Diaspora-Gemeinde ein Tag des Ewigen Gebetes gewesen, ein heller Tag. Wenn wir geahnt hätten, als wir abends die Kirchentür schlossen, dass die folgende Nacht ein schwarzer Tag in ihrer Geschichte wurde und daß der göttliche Heiland zum letzten Mal an dieser Stätte seinen Kindern Gnaden und Segen geschenkt hatte!
Um 21.30 Uhr flogen amerikanische Verbände die Unterweser-Städte an, um in 20 Minuten ihr Werk zu vollenden. Unsere Kirche wurde von zwei Luftminen zerstört, unsere Schule, das Pfarrhaus und 90 % unserer Stadt in einen brennenden Trümmerhaufen verwandelt. Viele Menschen fanden in den Flammen und in den einstürzenden Gebäuden den Tod. Auf den Friedhöfen zeugen weite Gräberfelder von der furchtbaren Katastrophe...

... Da mit dem kirchlichen Leben einer Gemeinde eine Schule aufs Innigste verwachsen ist, ging unser Streben betreffs des Wiederaufbaus unserer Schule fast waghalsige Wege, aber vergeblich. 7 Winter hatten schon an ihren Ruinen genagt. In einer Stadtschule in Lehe waren wir Gast. Für wie lange? - Das war die bange Frage, die man angesichts der Entwicklung der Schulverhältnisse immer wieder voll Sorge stellen mußte.
Doch wenn die Not am größten, ist Gottes Hilfe am nächsten. Ein amerikanischer Besatzungsoffizier, dessen kleiner Sohn unsere Schule besuchte, interessierte sich tatkräftig für den Aufbau. Seiner großzügigen Initiative und seiner selbstlosen Hilfe verdanken wir es, daß der Rohbau in kurzer Zeit fertiggestellt war und daß mit den Innenarbeiten noch vor Beginn der größten Kälteperiode begonnen werden konnte. - Zwar mußte die Finanzierung dieser Arbeiten von uns selbst getragen werden. So waren wir wieder auf die Hilfe solcher Gemeinden angewiesen, die unter dem Krieg weniger gelitten hatte.
Dem mühevollen Unternehmen versagte Gott seinen Segen nicht. So konnten zu Beginn dieses laufenden Schuljahres (1953/54) vier Schulklassen ihren Einzug in das neue Gebäude halten. Im Sommer wurden zwei weitere Klassen fertig, und wir hoffen, daß wir zu Anfang des kommenden Schuljahres alle noch vorhandenen Räume benutzen können.
Wir sind voll Dank gegen Gott für seine Hilfe bei unserem Aufbau und gedenken dankerfüllt all der edlen Wohltäter, die mitwirkten, daß wir nun wieder eine Kirche und eine katholische Schule unser eigen nennen dürfen.”

Johannes Gerdes